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Ein Bewohner berichtet

Fehlende Hygiene und kaum Schutz: Corona in der Flüchtlingsunterkunft

Gerd Altmann/Pixabay

In der Flüchtlingsunterkunft in Hanau scheint sich das Leben trotz Corona kaum verändert zu haben. Während es in der Gesellschaft hohe Hygienevorgaben und Einschränkungen in den Kontakten gab, berichtet Bewohner Fawad Ahmad Ahmadi über die Normalität in der Unterkunft und über seine Sorgen vor dem Virus.

Zunächst bitte ich alle meine Freunde, die momentane Situation zu verstehen und zu ertragen und Corona ernst zu nehmen. Bleibt in Euren Häusern und bei Euren Familien!

Die derzeitige Situation auf der Welt ist nicht gut und alle Länder kämpfen hart, um das Coronavirus einzudämmen. Auch Deutschland hat gute Pläne und einen starken Kampf gegen das Virus aufgenommen.

Deutschland ist gut vorbereitet, Patienten, die am Coronavirus erkrankt sind zu behandeln. Die Bundesregierung hat eine Krisenzentrale eingerichtet, die sich täglich trifft. Ziel ist es, die Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verhindern und zu verlangsamen.

Es gibt ein Netzwerk leistungsfähiger Zentren und Fachkliniken in Deutschland, die internationale Dienstleistungen auf höchstem Niveau garantieren. Deutschland hat ein gutes Alarmsystem um Kranke zu melden und Programme für Epidemien.

Das Robert Koch-Institut arbeitet eng mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen im In- und Ausland zusammen. Das Institut überwacht regelmäßig die aktuelle Situation, wertet Informationen aus, erstellt Berichte über potenzielle Risiken und veröffentlicht diese auf seiner Website.

Und wir wissen alle: Das Coronavirus kann von Person zu Person übertragen werden.

Ich bin ein Bewohner eines Flüchtlingsheim und die Lebensbedingungen und die Quarantäne hier sehen nicht gut aus. In allen Teilen der Stadt wurden notwendige Einschränkungen auferlegt. Es gab die Regel, dass nicht mehr als zwei Personen miteinader ausgehen dürfen. Gruppen durften sich draußen nicht zusammensetzen und Versammlungen in Häusern waren verboten.

Aber im Flüchtlingsheim, wo ich wohne, gibt es keine ernsthaften Maßnahmen gegen das Virus.

Jede Tag spielen die Kinder Fußball und die Erwachsenen sitzen zusammen. Sie haben scheinbar keine Angst vor dem Virus. Ich persönlich finde die aktuelle Situation jedoch sehr gefährlich.

Dieses Virus sollte nicht als normale Krankheit behandelt werden, sondern er ist ernsthafter als wir denken.

Ich sehe die Situation jeden Tag mit eigenen Augen. Von meinem Zimmer sehe ich, dass Familien zusammen kommen, Männer sich versammeln, die Kinder an verschiedenen Orten zusammen spielen.

Obwohl in unserem Heim ein positiver Fall, eine Coronavirus Infektion, festgestellt wurde, sieht das Leben im Flüchtlingsheim weiter normal aus.

Ich weiß nicht genau, was die Stadt Hanau für diese kritische Situation geplant hat und welche Maßnahmen für uns Einwanderer ergriffen werden.

Zum Autor: Fawad Ahmad Ahmadi hat in Afghanistan als Journalist gearbeitet und lebt zurzeit in einer Flüchtlingsunterkunft in Hanau.

 

 

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